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07/2026 | OpenAI baut ChatGPT im Rekordtempo zum Werbekanal aus: Produktfeeds, Self-Serve-Buchung ohne Mindestbudget, erste Anzeigen in Europa. Nur die EU wartet noch. Was bedeutet das für Händler in Österreich und im restlichen DACH-Raum – und was könnt ihr heute schon tun?
Damit du dir schnell einen Überblick verschaffen kannst, haben wir die wichtigsten Fakten und Entwicklungen für dich zusammengefasst.

So sieht Werbung in ChatGPT aus: klar gekennzeichnete Sponsored-Platzierungen unterhalb der KI-Antwort.
Erinnert ihr euch noch, als Werbung in ChatGPT bloß ein Gerücht war? Das ist gerade einmal ein halbes Jahr her. Mitte Januar 2026 bestätigte OpenAI offiziell, dass Anzeigen getestet werden. Anfang Februar waren die ersten live – zunächst nur für eingeloggte, erwachsene Nutzer:innen der Free- und Go-Tarife in den USA.

Die offiziellen von OpenAI veröffentlichten Prinzipien für Werbung in ChatGPT
Danach ging es Schlag auf Schlag: Anfang Mai öffnete OpenAI den Self-Serve Ads Manager für alle US-Unternehmen, egal welcher Größe. Und im Juni folgte das Feature, auf das der Handel gewartet hat: Produktfeed-Kampagnen. Aus einem exklusiven Pilotprojekt mit sechsstelligen Mindestbudgets wurde in weniger als sechs Monaten eine Plattform, auf der Händler ihren gesamten Katalog bespielen können. Ein Tempo, das selbst erfahrene Media-Profis überrascht hat.

Ablauf von ChatGPT Ads
Bevor wir ins Detail gehen, klären wir die naheliegendste Frage: Was bekommen Nutzer:innen eigentlich zu sehen? Die Anzeigen erscheinen unterhalb der KI-Antworten, klar als „Sponsored“ gekennzeichnet. Aktuell gibt es zwei Hauptformate:
Shopping Ads: Produktanzeigen mit Bild, Preis, Verfügbarkeit und Lieferzeit – etwa für Lebensmittel oder Zutaten, die zur laufenden Konversation passen.

Shopping Ads zeigen Produktbild, Preis, Verfügbarkeit und Lieferzeit direkt in der Konversation
Direkt-interaktive Ads: Anzeigen, die selbst Rückfragen stellen können und Nutzer:innen so bei der Kaufentscheidung begleiten – zum Beispiel bei der Reiseplanung.

Direkt-interaktive Ads stellen Rückfragen und begleiten Nutzer:innen bei der Kaufentscheidung
Damit das Vertrauen der Nutzer:innen nicht auf der Strecke bleibt, hat OpenAI klare Spielregeln definiert:
Werbefreie Tarife: Anzeigen sehen ausschließlich Free- und Go-Nutzer:innen. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben komplett werbefrei.
Keine Manipulation der Antworten: Ads beeinflussen nicht, was die KI antwortet. Bezahlte Platzierungen und organische Empfehlungen bleiben strikt getrennt.
Datenschutz: Nutzer:innen behalten die Kontrolle über ihre Daten und können die Personalisierung der Anzeigen jederzeit deaktivieren.
Sensible Themen: In Bereichen wie Gesundheit, mentaler Gesundheit oder Politik wird bewusst keine Werbung ausgespielt.
Für euch als Marke heißt das: Die Reichweite ist (noch) auf die kostenlosen und günstigen Tarife begrenzt. Dafür trifft eure Werbung auf ein Umfeld, in dem Menschen den Empfehlungen vertrauen – gerade weil die Antworten selbst nicht käuflich sind.
Bislang mussten Kampagnen mühsam Produkt für Produkt aufgebaut werden. Für einen Händler mit ein paar Hero-Produkten war das machbar – für einen Shop mit zehntausenden Artikeln schlicht unpraktikabel. Genau diese Hürde ist jetzt gefallen.
Ihr könnt euren Produktkatalog jetzt direkt im Ads Manager hochladen, in einer Feed-Struktur, die sich eng an Google Shopping orientiert. Das System generiert die Anzeigen automatisch aus Produktnamen, Bildern, Preisen und Katalogattributen. Die gute Nachricht, falls ihr bereits Google Shopping oder Meta-Kampagnen fahrt: Eure bestehenden Feeds lassen sich mit überschaubarem Aufwand anpassen, statt bei null anzufangen.
Ein Detail unterscheidet OpenAI dabei von Google und Meta: Neue Werbetreibende müssen zunächst einen Beispiel-Feed mit 100 Produkten zur Prüfung einreichen, bevor der vollständige Katalog freigeschaltet wird. Klingt streng? Ist aber nachvollziehbar: Die Anzeigen erscheinen direkt unter einer KI-Antwort – und eine schlechte Produktempfehlung fällt dort auf die Glaubwürdigkeit von ChatGPT selbst zurück.
Parallel wachsen die Kampagnenfunktionen in beeindruckendem Tempo: Conversion-Optimierung über den eigenen Pixel, CPC-Bidding, dynamische CTAs, Tagesbudgets und ein präziseres geografisches Targeting. Besonders spannend sind die sogenannten „Context Hints“ – ein Freitextfeld, in dem du beschreibst, bei welchen Konversationen, Themen oder Keywords deine Produkte relevant sind. Cost-per-Action-Modelle sind Berichten zufolge bereits in Entwicklung.
Kundenlisten inklusive: Wer Kundenabgleich bzw. Customer Match von Plattformen wie Google oder Meta kennt, findet dieses Feature schon zum Start im ChatGPT Ads Manager. Du kannst eigene Zielgruppen auf Basis von E-Mail-Adressen hochladen und für deine Kampagnen nutzen – entweder für Gebotsanpassungen, etwa um bei Bestandskunden höher zu bieten, oder um Anzeigen exklusiv an genau diese Zielgruppen auszuspielen. Damit stehen dir vom ersten Tag an Strategien offen, die du von deinen bestehenden Kanälen kennst: Bestandskunden reaktivieren, Newsletter-Abonnent:innen gezielt ansprechen oder wertvolle Kundensegmente mit eigenen Botschaften bespielen.

Der Ads Manager ist noch in der Beta und sehr rudimentär, aber nicht schlecht
Wichtig fürs Account-Setup: Beim Anlegen des Werbekontos musst du ein Land auswählen, in dem Werbung bereits möglich ist – ein österreichisches oder deutsches Konto lässt sich also aktuell noch gar nicht registrieren. Und noch eine Eigenheit, die vor allem Agenturen und Dienstleister betrifft: Strukturen, wie man sie von Google oder Meta kennt – also für Kunden eigene Accounts anlegen und diese zentral mit dem Agentur- bzw. Verwaltungskonto verknüpfen -, gibt es derzeit nicht. OpenAI weist beim Setup ausdrücklich darauf hin: Wer im Auftrag anderer Unternehmen wirbt, kann für diese kein Werbekonto erstellen. Stattdessen muss jeder Kunde seinen eigenen Account anlegen und die jeweiligen Accountmanager:innen anschließend selbst als Teammitglieder hinzufügen. Für alle, die mehrere Konten betreuen, bedeutet das vorerst mehr Abstimmungsaufwand – und einen Prozessschritt, den du bei der Planung mitdenken solltest.

Für Kunden kann man als Agentur noch keine Accounts anlegen
Die KI schreibt die Anzeigen gleich mit: Seit Kurzem kann dir der Ads Manager die Anzeigen auch komplett abnehmen. Unter „Add new ad“ gibt es eine Option, mit der OpenAI Anzeigenvarianten automatisch generiert – auf Basis deiner Website und deiner Kampagneneinstellungen. Du bekommst den Entwurf zur Prüfung vorgelegt, kannst ihn bearbeiten und aktivierst ihn erst, wenn alles passt. Dazu kommt eine praktische Duplizieren-Funktion, mit der sich bestehende Anzeigen schnell als Vorlage für Varianten nutzen lassen. Klingt bequem – und ist es auch. Trotzdem gilt: Schau dir KI-generierte Anzeigen vor der Freigabe genau an, damit sie zu deiner Marke, deiner Tonalität und deinen Zielen passen. Die Verantwortung für das, was ausgespielt wird, bleibt bei dir.

Viele neue Features kennt man von anderen Plattformen wie Google Ads
Der Einzelhandel hat sich in kürzester Zeit zur aktivsten Kategorie auf der Plattform entwickelt. Seit dem Start ist die Zahl der Werbetreibenden um rund 700 % gestiegen – und mehr als 40 % der Werbeaktivität entfällt auf den Handel. Warum? Weil ChatGPT Menschen genau in dem Moment erreicht, in dem sie recherchieren, vergleichen und Kaufentscheidungen treffen.
Was ChatGPT von allen bisherigen Werbeplattformen unterscheidet, ist die Kombination der Signale: Google baute sein Geschäft auf Suchintention auf, Meta auf verhaltensbasiertem Targeting. ChatGPT vereint beides – die Live-Intention aus der aktuellen Anfrage plus den Kontext aus Chatverlauf und gespeicherten Informationen.
Dazu kommt: Rund jeder dritte Prompt enthält aktuell Wettbewerbs- oder Vergleichsanfragen. Wer bei ChatGPT nach „wasserdichten Laufschuhen für breite Füße unter 150 Euro“ fragt, ist schon deutlich weiter im Kaufprozess als jemand, der dieselben Begriffe googelt. Gesucht wird eine Empfehlung, keine Linkliste – und genau dort könnt ihr jetzt stattfinden.
Das konversationelle Matching bewertet dabei Attribute, die im Keyword-Zeitalter kaum eine Rolle spielten: Material, Anlass, Geschenkkontext oder Maße werden zu Targeting-Signalen, wenn Menschen ihren Bedarf in natürlicher Sprache beschreiben. Eine Anfrage wie „ein Hochzeitsgeschenk unter 200 Euro, das teurer aussieht, als es ist“ zerlegt das Modell in einzelne Intentionsfragmente und gleicht sie mit den Katalogdaten ab. Deshalb zählen deine Produkttitel und -beschreibungen mehr denn je: Klare, aussagekräftige Texte reduzieren Fehlzuordnungen, während OpenAI sein Matching weiter verfeinert.
Laut OpenAIs Merchant-Dokumentation speist derselbe Katalog auch die organischen Shopping-Empfehlungen von ChatGPT. Eine Investition in saubere, strukturierte Feed-Daten zahlt sich also gleich dreifach aus: bessere Google-Shopping-Performance, bezahlte Platzierungen und organische Sichtbarkeit in ChatGPT. Übrigens: Laut OpenAI gehörten feedbasierte Anzeigen bislang zu den performancestärksten Formaten der gesamten Ads Beta.
Kaum ein Aspekt hat sich so schnell verändert wie die Kostenstruktur – und kaum einer zeigt besser, wie ernst es OpenAI mit dem Werbegeschäft meint.
Der Start (Februar 2026): Faktisch ein Club für große Marken. Der CPM lag bei rund 60 US-Dollar, die Mindestbudgets zwischen 200.000 und 250.000 Dollar – Branchenberichten zufolge lagen einzelne Pilot-Commitments sogar bei bis zu 300.000 Dollar. Wer damals dabei sein wollte, brauchte Budget und eine ordentliche Portion Vertrauensvorschuss.
Der schrittweise Abbau (April): OpenAI senkte die Mindestausgaben auf 50.000 Dollar. Gleichzeitig fielen die CPMs durch den wachsenden Werbetreibenden-Pool auf teils 25 Dollar – einzelne Berichte nennen sogar 15 Dollar, in der Praxis wurden zuletzt meist CPMs um die 30 Dollar berichtet.
Der große Schnitt (5. Mai): Mit der Öffnung des Self-Serve Ads Managers für alle US-Unternehmen fiel das Mindestbudget komplett weg. Parallel kam CPC-Bidding mit empfohlenen Startgeboten von 3 bis 5 Dollar pro Klick. Seit dem 22. Juni gilt das auch für Großbritannien: Kampagnen lassen sich dort theoretisch mit jedem beliebigen Budget starten.
Eine ehrliche Einschränkung gehört dazu: In frisch gestarteten Märkten, wo Buchungen noch über OpenAI-Ansprechpartner laufen, werden Branchenberichten zufolge weiterhin Richtwerte von rund 100.000 Dollar über drei Monate genannt. In der Praxis fließen diese Budgets allerdings oft langsamer ab als geplant – der Rollout ist bewusst gedrosselt, das Inventar auf Free- und Go-Nutzer:innen begrenzt, und nur ein Teil der Konversationen hat kommerzielle Intention. Die Richtung ist trotzdem eindeutig: Von der Enterprise-Exklusivität des Februars ist ein halbes Jahr später wenig übrig.
Bei aller Begeisterung: ChatGPT Ads sind ein junger Kanal, und das merkt man. Kampagnendaten müssen manuell heruntergeladen werden, ein natives Umsatz-Reporting fehlt noch, und welche Konversationen konkret eine Produktempfehlung ausgelöst haben, seht ihr nur begrenzt. Auch Brand-Safety-Kontrollen wie Keyword-Ausschlüsse oder Placement-Listen sind erst im Aufbau. Wer aus einem eingespielten Meta- oder Google-Setup kommt, wird sich hier zunächst wundern.
Immerhin: Beim Thema Messung tut sich einiges. Neben dem eigenen Conversion-Pixel arbeitet OpenAI an unabhängiger Attribution – mit LiveRamp können ausgewählte US-Marken bereits Offline-Käufe verschlüsselt mit Anzeigenkontakten verknüpfen, CallRail bietet kleineren Unternehmen eine Attributionslösung für Anrufe und Formulare, und mit Criteo ist ein erster großer Ad-Tech-Partner an Bord.
Unser Rat: Messt den Kanal nicht am heutigen Google Ads, sondern eher an Google Search im Jahr 2002 oder Meta im Jahr 2012 – ein neuer Kanal mit echter Kaufintention, begrenztem Tooling und einem Effizienzfenster, das sich schließt, sobald mehr Werbetreibende einsteigen. Wer heute am schnellsten lernt, ist morgen am besten positioniert.
Kommen wir zur Frage, die dich vermutlich am meisten interessiert: Wann kannst du in Österreich ChatGPT Ads buchen – und wie sieht es im restlichen DACH-Raum aus? Die kurze Antwort: noch nicht. Die längere: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – und wer das Zeitfenster nutzt, verschafft sich einen Vorsprung.
Der bisherige Rollout: Nach dem US-Start im Februar folgten Ende März Kanada, Australien und Neuseeland, Anfang Mai die Ankündigung für Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea. OpenAIs erklärtes Ziel: noch heuer viele weitere Märkte. Die EU fehlt auf dieser offiziellen Liste bislang komplett – in Österreich sind ChatGPT Ads aktuell nicht buchbar, genauso wenig wie in Deutschland oder der Schweiz.
Großbritannien als Blaupause: Seit Anfang Juni laufen die ersten Anzeigen in UK – zu den ersten Werbepartnern zählt mit Zalando ausgerechnet ein europäischer Fashion-Händler. Der Rollout folgt dem US-Playbook: erst Buchung über OpenAI-Ansprechpartner, seit Ende Juni auch per Self-Serve Ads Manager.
Warum die EU warten muss: DSGVO, Digital Services Act und AI Act setzen deutlich höhere regulatorische Hürden als der Opt-out-Ansatz in den USA. Doch OpenAI bereitet sich sichtbar vor: Eine Code-Analyse des Conversion-Pixels zeigte schon im Frühjahr ein Consent-Management-System – Tracking nur mit aktiver Zustimmung, jederzeit widerrufbar – sowie ein Länderfeld für jurisdiktionsabhängige Datenverarbeitung.
Die EU-Werberichtlinie (2. Juni): Personalisierte Anzeigen wird es in der EU nur mit explizitem Opt-in geben. Rechtsgrundlage ist die Einwilligung, nicht das rechtlich umstrittene „berechtigte Interesse“. Wer zustimmt, sieht personalisierte Anzeigen auf Basis früherer Chats, der Memory-Funktion und der Anzeigenhistorie. Wer ablehnt, bekommt kontextuelle Anzeigen, die nur die aktuelle Konversation berücksichtigen. Für euch bedeutet das: Das EU-Inventar teilt sich in personalisierte und kontextuelle Reichweite – die Personalisierungsraten dürften spürbar niedriger ausfallen als in den USA.
Personal wird aufgebaut: OpenAI besetzt gerade Führungsrollen für das europäische Anzeigengeschäft – einen EMEA-Regionalmanager sowie Client-Partner- und Customer-Success-Positionen in Paris, München und Dublin. Branchenbeobachter erwarten Frankreich, Deutschland und Irland als nächste europäische Pilotmärkte. Zusammen mit UK decken Frankreich und Deutschland rund 62 % des europäischen Digitalwerbeumsatzes ab.
Der Markteintritt ist absehbar, auch wenn OpenAI noch kein Datum genannt hat. Die München-Jobs deuten klar darauf hin, dass Deutschland als erster deutschsprachiger Markt drankommt. Österreich und die Schweiz dürften im Anschluss folgen, sobald die EU-weiten Grundlagen einmal stehen. Und selbst nach dem Start geht es schrittweise weiter, denn OpenAI rollt neue Märkte methodisch aus: zuerst für 10 % der Nutzerschaft, dann 50 %, dann 90 %. Die gute Nachricht: Fast die gesamte Vorbereitungsarbeit könnt ihr heute schon leisten – und wer Kunden in bereits freigeschalteten Märkten wie den USA oder Großbritannien bedient, kann dort sogar jetzt erste Erfahrungen sammeln.
ChatGPT Ads werden eure etablierten Performance-Kanäle nicht über Nacht ersetzen. Aber die Plattform hat einen Reifegrad erreicht, bei dem sich Vorbereitung lohnt – gerade weil der Kanal in DACH noch nicht offen ist. Diese Schritte zahlen sich schon heute aus:
Produktfeeds überprüfen und stärken. Titel und Beschreibungen sollten Produkte und Marken klar differenzieren – sie sind das wichtigste Signal fürs Matching. Die bewährten Google-Shopping-Standards gelten auch hier: Preise im Feed müssen mit dem Checkout übereinstimmen, ausverkaufte Artikel gehören konsequent entfernt.
Tracking von Tag eins an mitdenken. Pixel implementieren und UTM-Parameter in jede Kampagne einbauen, damit eure eigene Analytics die Lücken schließt, die das native Reporting noch offenlässt.
Mit realistischen Erwartungen testen. Setzt auf Lernen statt auf kurzfristigen ROAS, solange sich die Messmöglichkeiten weiterentwickeln – und bewertet die Performance ergänzend mit euren eigenen Analytics- und CRM-Daten.
Konversationelles Suchverhalten beobachten. Eure Kund:innen nutzen KI zunehmend, um Produkte vor dem Kauf zu recherchieren und zu vergleichen – und formulieren dabei Bedürfnisse, die klassische Keywords nie abbilden konnten.
Organisch und bezahlt zusammendenken. Da derselbe Feed auch die organischen Empfehlungen speist, lohnt sich die Investition in Datenqualität doppelt – Stichwort Generative Engine Optimization (GEO).
Werbung in ChatGPT hat sich in nur einem halben Jahr vom exklusiven Experiment zum ernstzunehmenden Kanal entwickelt: Produktfeeds machen den Einstieg für Händler skalierbar, die Kostenhürden sind in den Self-Serve-Märkten gefallen, und mit dem UK-Start ist die Werbung in Europa angekommen. OpenAI meint es ernst – Berichten zufolge rechnet das Unternehmen heuer bereits mit 2,5 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz, bis 2030 sollen es 100 Milliarden werden.
Für Österreich, den restlichen DACH-Raum und die EU heißt es noch: warten. Aber genau darin liegt eure Chance. Wer jetzt seine Feeds optimiert, Tracking aufbaut und die organische Sichtbarkeit in ChatGPT stärkt, ist startklar, sobald der Kanal hier öffnet – und profitiert bis dahin bereits in Google Shopping und den organischen KI-Empfehlungen. Die Werbetreibenden, die früh lernen, sichern sich das Effizienzfenster, bevor die Auktion voller wird und die Klickpreise steigen.
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Autor
Paul Gerlée ist Head of Paid Media & Data bei otago. In dieser Rolle verantwortet er die fachliche Leitung aller Subteams – von SEA über Paid Social und Programmatic Advertising bis hin zu Data & Analytics. Als Experte für Performance Marketing, Programmatic Advertising und Marketing-Automatisierung ist er zudem für die strategische Weiterentwicklung von Key Accounts zuständig. Besonders begeistert ihn die kanalübergreifende Automatisierung von Marketingprozessen – gerne auch unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Paul Gerlée ist zertifizierter Social Media und E-Commerce Manager und tritt – wenn er nicht gerade auf Reisen ist – regelmäßig als Speaker auf Fachkonferenzen, sowie als Vortragender zu Themen wie Programmatic Advertising, SEA und Digital Analytics auf.
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