Digital Performance Report 2018 – Summary

26.1.2018 | In unserer täglichen Arbeit unterstützen wir kleine und große Unternehmen dabei, im Internet besser sichtbar zu sein. Die Suchmaschine ist insbesondere bei der jüngeren Generation klare Nummer 1 in der Recherche für Anschaffungen im B2B Bereich. Wer hier nicht aufscheint, riskiert, nicht auf die Shortlist der möglichen Anbieter zu kommen.

Im B2C haben viele die Bedeutung guter Sichtbarkeit und gezielter Online-Strategie für ihr Geschäft erkannt. Im B2B ist dieses Bewusstsein unserer Erfahrung nach noch nicht ausgereift. Unternehmen nutzen ihr Potenzial online nicht aus und investieren wenig in Onlinemarketing, obwohl die Kosteneffizienz klar gegeben ist.

Deshalb wollten wir mit dem Digital Performance Report herausfinden, wie Österreichs Industrie-Spitzenreiter das Thema Onlinemarketing behandeln.

Sind die Top-Performer in der Industrie auch digital an der Spitze? Welche Unternehmen sind nicht nur in der Transformation des Produktes, sondern auch in der Transformation des Vertriebs federführend?

Der Digital Performance Report beleuchtet, wie Österreichs Top 250 Industriebetriebe (erhoben vom Industriemagazin, Nr. 7/8 | Juli/August 2017) sich mit dem Thema Sichtbarkeit im Internet und B2B-Digitalmarketing auseinandersetzen. Dies wurde anhand von Interviews zum Digitalmarketing und einer datengetriebenen Analyse erhoben.

 

Ergebnisse Digitalmarketing

In Werbekanälen wie Facebook und Google wird das Werbebudget genau festgelegt und durch präzises Targeting gezielt eingesetzt. So erreicht man Menschen, die sich für ein Produkt oder eine Dienstleistung interessieren. Durch eine Erfolgsmessung und durch gezielte Auslieferung minimiert man dabei Streuverluste wesentlich – und setzt das Werbebudget optimal ein.

Einfach ausgedrückt: Online erreicht man die richtige Zielgruppe zum richtigen Zeitpunkt.

Während weniger als die Hälfte der Teilnehmer (40%) angibt, Google als Vertriebskanal zu nutzen, setzen 58% Google AdWords ein, um im Google Suchnetzwerk ihre Services zu bewerben. Trotzdem messen nur 60% derer, die Werbeanzeigen schalten, die Zugriffe auf ihre Website – was allerdings zur Evaluierung und Optimierung von digitalen Werbemaßnahmen entscheidend ist.

Die Anteile für Onlinemarketing in den Marketingbudgets bewegen sich durchschnittlich zwischen 5% und 10% – ein sehr geringer Anteil, betrachtet man das Kosten-Nutzen-Verhältnis digitaler Marketingmaßnahmen.

Bei der Nutzung von Social Media Kanälen liegt LinkedIn mit 73% vor Facebook (63%), Twitter (43%) und YouTube (36%).

Ergebnisse Pagespeed

Unsere Erfahrung zeigt, dass hohe Website-Geschwindigkeit die Absprungraten senkt und die Anzahl der Seitenaufrufe während eines Seitenbesuches steigen lässt. Schnelle Seiten werden wesentlich mehr und häufiger genutzt.

Gerade für mobile Besucher ist eine langsam ladende Seite ein Grund, sie sehr schnell wieder zu verlassen und eine Alternative anzuklicken.
Oft kann man hier schon mit sehr einfachen Maßnahmen wesentliche Steigerungen erreicht werden. Der Kosten-Nutzenfaktor bei Optimierungen an der Seitengeschwindigkeit ist also sehr hoch.

Die URLs der Top 250 Industrieunternehmen Österreichs 2017 haben wir mittels des von Google öffentlich zur Verfügung gestellten Analysetools „PageSpeed Insights“ hinsichtlich der Parameter „mobile Seitengeschwindigkeit“ und „Seitengeschwindigkeit der Desktopversion“ verglichen. (Stand der Erhebung: 2.1.2018)

Im Spitzenfeld bei der Desktop-Geschwindigkeit liegen Backaldrin Österreich, MTB Beteiligungen AG, ASTA Energy Transmission Components sowie die Treibacher Industrie AG.
Die Top-Performer bei den mobilen Websites sind Backaldrin Österreich, OMV Aktiengesellschaft, Treibacher Industrie GmbH und die MWS Industrieholding GmbH.

 

Fazit: im B2B liegen große Potenziale brach

Insgesamt zeigt sich: im B2B-Digitalvertrieb liegen noch große Potenziale brach, obwohl die Erwartungen der potenziellen Kunden an den B2B-Online-Auftritt in den letzten Jahren rasant gestiegen sind.

Interessant ist, dass laut der Befragung Google nur von 40% der Teilnehmer als Vertriebskanal genutzt wird, obwohl in Studien gezeigt wurde, dass bereits 57% des Einkaufsprozesses gelaufen sind, wenn erstmals ein Vertriebsmitarbeiter kontaktiert wird (Roland Berger 2015).

Das bedeutet im Umkehrschluss: Anbieter müssen schon in der Recherche- bzw. Anbahnungsphase als potenzieller Partner aufscheinen, um überhaupt in eine engere Auswahl kommen zu können. Die Top-Industrieunternehmen in Österreich haben online noch wesentliches, ungenutztes Vertriebs-Potenzial.

Dies ist insbesondere spannend, wenn man das Verhältnis der Ausgaben für Onlinemarketing-Maßnahmen zu anderen Marketingkanälen betrachtet. Gerade bei international orientieren Unternehmen ist online im Vergleich sehr kosteneffizient. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine gezielte Kombination von Online- und analogen Maßnahmen wesentlich für den Gesamterfolg ist.

Commitment zeigt sich letzten Endes auch immer am Budget. Viele Firmen sprechen zwar von der Wichtigkeit der Digitalisierung, wird aber das Marketingbudget verteilt, liegt der digitale Kommunikationskanal im Vergleich zu anderen Maßnahmen oft noch sehr weit hinten.

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